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© Bild: Gerhard Deutsch

Denkmalgeschützte Gebäude sind Martin Kurschels Lieblingsobjekte. Seine Firma Immovate kaufte Hauptpost, Telegrafenamt und das Wiener Kinderheim auf der Hohen Warte.

Der Deal machte die Grazer Immobilienfirma Immovate in Wien schlagartig bekannt: Für rund 50 Millionen Euro kaufte das Unternehmen, das mehrheitlich dem Steirer Martin Kurschel gehört, das alte Telegrafenamt am Börseplatz und das leer stehende Wiener Kinderheim auf der Hohen Warte von einem kroatischen Ex-General.

Immovate hatte kurz zuvor schon die alte Hauptpost am Fleischmarkt im ersten Bezirk in Wien erworben sowie die ehemalige ÖBB-Zentrale neben dem Karlsplatz. All diese Gebäude haben eines gemeinsam: Sie haben eine mehr als 100-jährige Geschichte und sind denkmalgeschützt. "Darauf sind wir spezialisiert. Wir wollen neues Leben in historische Gebäude bringen", erklärt Alexander Petritz, Geschäftsführer der Immovate Projektentwicklungs GmbH, im Gespräch mit dem KURIER.

Petritz kennt die Geschichten aller Bau-Juwelen der Immovate. Im Telegrafenamt etwa hätten 140 Jahre lang Telefonfräulein die Verbindungskabel gesteckt. "Jetzt macht das ein Computer und das Gebäude wurde für diese Nutzung nicht mehr gebraucht", erzählt Petritz. Immovate will das Gebäude zu Wohnungen und Büros umbauen.

Revitalisiert

Das Postamt am Fleischmarkt sei früher ein Kloster gewesen. Aus dieser Zeit stammen noch mehrere Stockwerke unter der Erde. Jetzt wird es von Immovate – in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt – renoviert. Darüber, welche neue Nutzung die Immobilie bekommen soll, braucht sich Petritz aber nicht all zu viele Gedanken zu machen. "Die Immobilie ist gut vermietet. Es beherbergt drei Botschaften, ein Restaurant und zwei medizinische Einrichtungen", sagt er.

In Graz hat die Immovate ebenfalls das ehemalige Hauptpostamt revitalisiert. Dort ist unter anderem ein Studentenheim eingezogen.

In die ehemalige ÖBB-Zentrale kommt das Hotel "Motel One". Die Baugenehmigung dafür sei bereits eingelangt, in etwa eineinhalb Jahren werde das Hotel eröffnet, sagt Petritz. Was in das Kinderheim auf der Hohen Warte kommt, sei noch offen.

Mehr als 100 Millionen Euro ließ sich Kurschel die Immo-Investments kosten. Das Geld stammt nur zum kleinen Teil aus eigenem Kapital. "Wir arbeiten mit 20 bis 30 Prozent Eigenkapital", erklärt Petritz. Ein Teil stammt von Banken. Der Großteil aber kommt von betuchten Investoren. "Wir rechnen mit einer Rendite von 15 bis 20 Prozent", sagt Petritz. Mit an Bord bei einigen Projekten ist die Baugruppe Soravia über die IFA (Institut für Anlageberatung).

 

Kurier, 01.06.2012
Link: https://kurier.at/wirtschaft/grazer-kauft-wiener-bau-juwelen/789.132